Recht

„Hab ich Recht oder hab ich Recht oder hab ich Recht?“ Sagte Ned Ryerson zu Phil Connors in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier. Er hat Recht, aber …

Wenn ich mir die Diskussionen in den Netzwerken anschaue, dann fällt mir immer häufiger auf, dass die Diskutanten, jeder für sich, auf Biegen und Brechen Recht bekommen möchten. Es macht mir den Eindruck, als ob die Informationen anderer gar nicht von Interesse sind und es ausschließlich darum geht die eigene Position durchzudrücken und den Anderen möglichst dumm dastehen zu lassen

Für mich ist es beispielsweise interessant, Dinge zu erfahren, über die ich entweder noch nicht nachgedacht habe, oder die mir von anderer Seite verfremdet erzählt wurden, oder die ich bisher einfach noch nicht verstanden hatte

Ich lese mir dann die Argumente durch und versuche dazu noch weitere Informationen zu erlangen. Eine vorgefertigte Meinung übernehme ich ungerne. Zudem habe ich als Mensch sogar die Möglichkeit, meine ganz persönliche Meinung zu verändern. Selbst wenn es nur in Teilen ist

Ach wenn ich mir so recht überlege, dann muss ich überhaupt nicht immer Recht bekommen. Denn was habe ich davon, wenn ich vermeintlich Recht bekomme, aber dadurch keine weiteren Informationen zur Sache erhalte

Informationen sind mir viel wichtiger, um eine Entscheidung treffen zu können. Auswählen, welche Informationen ich dann verwenden kann und welche nicht, kann ich dann ja immer noch

Gewinner können durchaus auch Verlierer sein

Bewertungen

Ihr wisst, dass ich mir zu allem immer so meine Gedanken mache

Wenn jemand, der ein Produkt online vermarktet, über die dafür zur Verfügung gestellten Onlinebewertungen schreibt, dann sieht das erstmal ziemlich blöd aus. Warum also dann hier doch? Entweder geht es darum, die durch die Onlinebewertungen ausgedrückte Kritik ins Lächerliche zu ziehen oder es geht darum, das Produkt von der Kritik zu lösen oder es geht schlicht darum zu verstehen, was die Bewerter mit ihrer Bewertung ausdrücken möchten. Egal was ich hier schreibe, der eine oder andere wird sich dazu seine eigenen Gedanken über meine Gründe als die wahren Gründe zurechtlegen

Los geht´s

Anfangs dachte ich, dass die Bewertungssysteme von Onlineanbietern einen Kundennutzen bieten. Das mag auch bei vielen Handelswaren der Fall sein

1.Beispiel

Ich suche nach einer Trinkblase für meinen Laufrucksack. Da Anja meine Chef-Einkäuferin ist, macht sie sich auf die Suche nach einer für mich nutzbaren Blase. Alle Blasen mit einer Kritik in Richtung „War schon nach einer Woche undicht“ wurden sofort aussortiert und nur Blasen mit langer Haltbarkeit kamen in die engere Wahl. Die Sternebewertungen, von denen es hunderte gibt, haben dabei keine Aussagekraft

2. Beispiel

Wenn ich mir zum Beispiel einen Hammer kaufen möchte, dann kann ich in den Bewertungen schlicht nur etwas negatives finden, was mich vor einem Fehlkauf schützt, wenn dort steht, dass der Stiel bricht, die Farbe von den Seiten abplatzt oder die Lieferung nicht funktioniert hat. Was in so einer Bewertung nicht zum Ausdruck kommt, wäre die Tatsache, dass man mit diesem Hammer keinen Nagel in die Wand schlagen kann. Die Sternebewertungen haben dabei sehr wohl eine Aussagekraft. Je mehr Sterne ich nach der Benutzung des Hammers sah …

Das läge nämlich am Benutzer und nicht am Hammer

Bei Büchern ist das anders und deshalb das …

3. Beispiel

Ich möchte mir ein Buch oder ein Hörbuch kaufen und schaue mir die Bewertungen an. Hierbei handelt es sich um reine Geschmackssache. Wenn einem Leser die Story, der Schreibstil oder der Sprecher beim Hörbuch gefällt, dann bewertet er es gut, stimmt eines der Dinge nicht mit seinen geschmacklichen Vorstellungen überein, dann bewertet er es nicht gut. Das hat mit dem Produkt an sich nichts zu tun. Niemand bewertet das Produkt Buch oder das Produkt Hörbuch. Es wird der Inhalt bewertet und der ist eben Geschmackssache. Was Hans Wurst nicht gefällt, kann für mich ganz große Klasse sein

Dann gibt es aber auch die einfachen Sternebewertungen und hierbei schleicht sich bei mir sehr häufig das Gefühl ein, dass es hier bei schlechten Bewertungen schlicht darum geht das Produkt zu diskreditieren. Meist fehlt ein Bewertungstext wie beim Hammer oder der Trinkblase

Gerade wenn es um spaltende Themen wie den Umweltschutz oder Flüchtlinge geht, verursachen diese auch schnell negative Bewertungen nach dem Motto „Der/Dem wischen wir mal rasch einen aus.“ Ist ja alles anonym

Mein Fazit:

Auch wenn ich mich über die vielen positiven Bewertungen meines Buches und Hörbuches wirklich sehr freue, so bin ich mir dennoch bewusst, dass es sich hierbei ausschließlich um eine ganz persönliche Geschmackssache handelt

Gefällt es der Leserin oder dem Leser, dann bekomme ich mit viel Glück eine gute Bewertung. Bei ganz viel Glück auch noch mit einem entsprechenden Text dazu

Gefällt es nicht, weil der Leserin der Schreibstil nicht gefällt, oder den Hörer des Hörbuches die Stimme des Sprechers nervt, oder beiden das Thema mit meinen Freunden Bulbul und Masood schlicht gegen die Stirn ihrer politische Gesinnung stößt, werden sie mich schon irgendwie verreißen

Ich werde es verkraften

Dilemmata

Der Umwelt geht es schlecht. Klima, Luftverschmutzung und Plastik im Meer

Wir wissen, was wir tun müssen

Wir wissen, dass viele das eigentlich nicht wollen

Wir wissen, dass man verhöhnt wird, wenn man sich für eine saubere Umwelt einsetzt

Wir wissen, dass es böse enden wird

Egal was wir tun

Ein Dilemma

Menschen machen sich auf den Weg

Weil sie ein Leben möchten, vor Gewalt fliehen, verfolgt werden oder vor Umweltschäden davonlaufen

Wir wissen, was wir tun müssen

Wir wissen, dass viele das eigentlich nicht wollen

Wir wissen, dass man verhöhnt wird, wenn man sich für diese Menschen einsetzt

Wir wissen, dass es böse enden wird

Egal was wir tun

Ein Dilemma

Jeden Tag Laufen – Jeden Tag Sport